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Junior-Trophy gestartet

veröffentlicht um 22.01.2014, 07:42 von Toralf Richter   [ aktualisiert: 24.01.2014, 03:53 ]
Mit vier Wochen Verspätung hat für die jungen Skilangläufer der Region die Junior Trophy Erzgebirge begonnen. Dem Sprint der SG Holzhau folgen am Wochenende die Landesjugendspiele.

-> für die Freie Presse berichteten Andreas Bauer und Thomas Reibetanz vom Wettkampf:

Sogar bis in die Alpenregionen sorgt der milde Winter für Frust unter den Wintersportlern. Zahlreiche Wettkämpfe mussten verlegt oder abgesagt werden, im Osterzgebirge ging in dieser Saison noch gar nichts. Statt mitzujammern haben die Mitglieder der SG Holzhau am Wochenende aber rangeklotzt und es geschafft, mit den wenigen Schneeresten eine drei Meter breite und etwa 300 Meter lange Loipe zu präparieren. Ursprünglich sollten die ersten Punkte der Junior Trophy Erzgebirge schon am 21. Dezember in Sayda vergeben werden. Doch der dort geplante Vielseitigkeitswettkampf musste aus Witterungsgründen ebenso abgesagt werden wie das zweite Rennen der Nachwuchs-Serie beim ATSV Gebirge/Gelobtland. Nun konnte mit vier Wochen Verspätung der Auftakt im Osterzgebirge vollzogen werden. Aufgrund der langen Wartezeit und eines völlig neuen Wettkampfformates war die Freude dann aber um so größer.

170 Starter aus nah und fern

Da schon die traditionsreichen Wettbewerbe Steinkuppenlauf und Bernd-Victor-Lauf ausfallen mussten, wollten die Holzhauer wenigstens den Nachwuchs-Langläufern einen Wettkampf bieten. Und so konnte dank zahlreicher Helfer ein Sprintwettkampf am Ringel in Clausnitz stattfinden. "Die Läufer waren so froh darüber, dass sich viel mehr als erwartet angemeldet hatten. Ich glaube, wir haben dafür das längste zusammenhängende Schneefeld im Osterzgebirge gefunden", sagte Uwe Lachmann von der SG Holzhau. Fast 170 Starter aus zahlreichen Vereinen - sogar aus Sachsen-Anhalt waren Teilnehmer angereist - hatten die Reise ins Erzgebirge skeptisch angetreten, waren dann aber erstaunt und hocherfreut.

"Das war eine gelungene Sache mit hohem Spaßfaktor. Die Kinder waren einfach froh, endlich mal Ski laufen zu können", sagt Trainer Danilo Schneeweiß vom ATSV Gebirge/Gelobtland. Und auch Albrecht Dietze vom Verein Pulsschlag Neuhausen Erzgebirge lobte die Veranstalter dafür, "mal was anderes auf die Beine gestellt" zu haben. Denn auf dem schmalen Schneestreifen ging es in anderer Form um die Medaillen als es die Sportler gewohnt waren. Die Neugierde und vor allem die Ungeduld nach dem langen Warten auf den ersten Wettkampf lockten insgesamt 170 Starter im Alter zwischen 6 und 17 Jahren an. Sogar Vereine aus dem Vogtland, aus Dresden und Sachsen-Anhalt waren vertreten. Mit solch einem Andrang hatten die Organisatoren der SG Holzhau nicht gerechnet.

Gegner per Los ermittelt

Bei diesem in der klassischen Technik ausgetragenen Punkte-Sprint, der entsprechend seines Austragungsortes den Namen "Ringel" trug, traten stets zwei Nachwuchssportler gegeneinander an. In den unteren und höchsten Altersklassen kam aufgrund der überschaubaren Starterfelder der Modus jeder gegen jeden zur Anwendung. Ansonsten wurden per Losentscheid vier Gegner für jeden Teilnehmer ermittelt. Nur wer alle Duelle für sich entschied, erreichte das Finale.

"Dieser Wettkampfmodus, also diese Sprints, sind kindgerechter als lange Distanzläufe und entsprechen der neuesten Trainingslehre und berücksichtigen den enormen Wandel, den der Skilanglauf in den letzten Jahren durchgemacht hat. Koordinative Fähigkeiten und die Schnelligkeit müssen im Kinderbereich bzw. im frühen Schulkindalter entwickelt werden. Für Ausdauertrainierung und Konditionierung ist im höheren Schüleralter und in der Jugend noch genügend Zeit. Neben unseren Traditionsläufen müssen wir unseren Kindern genau solche Wettkämpfe anbieten, auch wenn am Wettkampfmodus noch gefeilt werden muss.", so Regionaltrainer Toralf Richter.

"Aufgrund der "Los-Regelung" spielte natürlich auch das Glück eine Rolle. Aber das änderte nichts an der Begeisterung der Kinder", sagt Danilo Schneeweiß. Die Ergebnisse waren für den ATSV-Coach zweitrangig. So konnte er es leicht verschmerzen, dass mit Cyntia Hermann (3.Platz / AK 8/9w) nur einer seiner 14 Schützlinge den Sprung aufs Podest schaffte. "Aber andere Starter haben sich sehr gut verkauft", betont Schneeweiß. So erreichte auch Antonia Klaus (AK 12/13w) das Finale, indem sie alle vier Einzel-Duelle gewann. Sie wurde am Ende Sechste. Zudem verpassten mehrere ATSV-Starter mit drei Siegen in vier Duellen nur knapp den Endlauf.

SSV 1863 Sayda - erfolgreichster Verein

Gleich neunmal standen die Saydaer Sportler auf dem Treppchen. Damit war der Saydaer Verein der erfolgreichste Medaillensammler bei diesem Sprintwettkampf. Dazu Toralf Richter: "Die Saydaer haben sich durch den fehlenden Schnee nicht aus dem Konzept bringen lassen. Die Leistungssgruppe, die von Sven Kaltofen trainiert wird, hat sehr viel Athletik in der Halle trainiert. Die Ergebnisse zeigen, dass das nicht verkehrt sein muss. Dagegen haben die beiden kleinen Saydaer Spatzengruppen jeden Schneefleck genutzt, um überhaupt mal auf Skiern zu stehen." Mit beachtlichem Erfolg. So standen Saskia Schmitt (14/15w), Merle Richter (12/13w) und Etienne Fischer (8/9m) auf dem Podest ganz oben. In die Medaillenränge liefen außerdem: Tim Köhler (6/7m), Lynn Schuster und Sarah Glöckner (6/7w), Lavinia Fischer (AK 10/11w) und Sophie Wenzel (AK 12/13w).

Die 18 Teilnehmer vom Neuhausener Verein brachten es auf fünf Podestplätze. Die Trainer Volker Lange und Holger Kempe waren zufrieden: "Die Sportler sind technisch und kraftvoll gelaufen. Trotz des schon vorhandenen Muskelkaters wurde auf der gleichen Strecke tags darauf noch trainiert. Schließlich stehen am kommenden Wochenende die Landesjugendspiele an.", so Langer.

Der ATSV Gebirge/Gelobtland hat sich um die nächste Station der Junior Trophy beworben und würde am 2. Februar im Rahmen des Meilenberglaufs gern den zweiten Junior-Trophy Wettbewerb dieser Saison ausrichten.

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